21 Nov

8-Track L.A. und 80s Goth-Revival mit einer Prise Glam!

Wir kennen alle  noch den song “The Walk” von The Cure. Da Da Da Da, Didididi, da da da dedada.
Dieser schöne kräftige Synthie Sound!
Wenn ich jetzt über eine neue Band lese und irgendwo das Wort Synthie erscheint, hab ich eigentlich schon keinen Bock mehr, mir das anzuhören. Wenn die Schreiberlinge von der Intro oder Uncle Sallys wieder versuchen ganz besonders tolle Wortspielchen und “In-Anführungszeichen-mit-Bindestrich-geschreinerte-Wortkreationen” auszutüfteln, wo sie wahrscheinlich immer 3 Nächte dran sitzen.
Da scheint auch gerade die -Esk-Krankheit umzugehen. Alles ist Beach Boy-esk, oder Post-Punk-esk.
Lasst euch mal was neues einfallen! Den hat Charlotte Roche schon damals bei VIVA 2 gebracht, als es noch Musik-Fernsehen gab.
ANYWAYS …

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In L.A. hat sich schon vor einiger Zeit eine neue kleine Avantgarde gebildet, die mit 8-Spur-Recordern ein extrem geniales Goth- und Wave-Revival feiert.
Viele werden die Band Animal Collective kennen (wer sie nicht kennt, sollte sie schleunigst kennen lernen), aber nicht so viele werden wissen, dass sie ihr eigenes Label, namens Paw Tracks haben, auf welchem sich namenhafte Untergrund-Noise Bands, wie Excepter oder Black Dice, sowie Panda Bear tummeln.
Zur Gründungszeit dieses Labels, kam ein komischer Mann namens “Ariel Pink” (Mitglied von “Haunted Graffiti“) nach einem Gig zu der Band und winkte mit einer CD-R … und siehe da: Er wird der erste Artist auf dem neugegründeten Paw Tracks Label.
Als der kleine 8jährige “Ariel Pink” in der Schule gefragt wurde, was er mal werden möchte, hat er garantiert geantwortet: “David Bowie!” und es ist ihm gelungen. Er schafft es tatsächlich diese seltsame Art der Musik, die wir Irdischen nie verstehen werden, in unsere Zeit zu versetzen.
Bei seinen verschiedenen Kollaborationen mit anderen Künstlern, dürfte er besonders die von Geneva Jacuzzi (Mitglied der Gruppe “The Bubonic Plague“) genossen haben. Sie ist die perfekte Mischung aus Kate Bush und Siouxsie (von den Banshees natürlich!). Ihre Texte sind eine einzige Ansammlung von cryptischen Anspielungen auf Mystik und Okkultismus. Ihr Goth-Revival ist eine perfekte Nachempfindung des 80er Jahre Darkwaves von The Cure und wenn ihr euch nachher unten den Song “Love Caboose” anhört, wird man den Anne Clark Einfluss nicht mehr leugnen können.

Die letzte in meiner Aufzählung, treibt ebenfalls in LA mit einem 8-Spur-Gerät ihr Unwesen und gehört damit auch hier her. Nite Jewel. Eigentlich auch nichts anderes, als Keyboardmusik, aber in Wirklichkeit natürlich deutlich mehr. Ihr Sound ist ebenfalls synthetisch und auch Sie hat ihren ganz unverwechselbaren Stil. Alle Songs klingen nach einem Drogentrip. Könnte jetzt auch eine Kritik sein. Allerdings spreche ich von der Art Trip, bei der man teilnahmslos durch die Gegend geistert und dann wacht man morgens in Frauenklamotten auf und beseitigt die Mundfäule erstmal mit teurem Champagner. Merkt dann, dass neben einem noch der Penner schläft, dessen Wohnung, bestehend aus einem Stück Straße mit Zeitungspapier sorgfältig ausgelegt, man okkupiert hat.
Aber eigentlich ist einem alles egal. Den Soundtrack bieten unter anderem die Stücke:
What Did He Say
What Did He Say und

Weak 4 Me Weak 4 Me.

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Alle drei Künstler sind natürlich auch Performing oder Visual Artists, einige sind auch Designer und watt nich alles, … aber das Videoclip-Drehen überlassen sie lieber ihrem Kumpel Travis Peterson.
Ein Mensch über den ich leider nur sehr wenig erfahren konnte, aber ich biete euch unten von jedem Künstler den Videoclip an, der von Travis gedreht wurde und ihr werdet sehen, dass Ariel, Geneva und Nite Jewel mit ihm eine perfekte Symbiose bilden. Außerdem müsst ihr alle euch seine Kurzfilme anschauen (am besten hier) und mir helfen. Wer spielt dieses geniale Cover von New Order’s “Ceremony” im Trailer zu “Indio, USA”? Schreibt an christian@hundertmark-blog.de oder postet einen Kommentar!

Trash ist zurück, aber nicht in der schäbigen 90s-DJ-Bobo Variante mit Bad Taste Parties, sondern in der, die wirklich als Kunstform gehandhabt werden kann. Der 8-Spur-Recorder wird von allen dreien als Kunstmittel eingesetzt, um den Sound so klingen zu lassen, als wenn er in einer früheren Zeit entstanden wäre. Besonders Ariel Pinks Songs sind extrem Lo-Fi und man kann sie sich am besten in einem alten Walkman vorstellen.
Suicide Notes Suicide Notes klingt wie vom Plattenspieler auf eine alte, manchmal leiernde Kassette aufgenommen. Es lohnt sich wirklich, sich mit dieser Musik mal auseinanderzusetzen und ich bin mir sicher, dass diese Welle bald auch über die Künstlerkreise hinaus bekannt wird.

hier die 3 Videoclips von Travis:

Ariel Pink – Gray Sunset
Geneva Jacuzzi – Love Caboose
Nite Jewel – Artificial Intelligence

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2 Comments

  1. 1
    tauchie
    22/11/2008 at 10:52
    Permalink

    heya danke krrriss! für den koolen tipp.
    echt konkrete musik, mag ich.

    AntwortenAntworten
  2. 2 08/02/2009 at 02:31
    Permalink

    Thanks for the words. The cover of New Order’s Ceremony is by Galaxie 500. More videos on the way.

    AntwortenAntworten

2 Trackbacks

  1. [...] Lo-Fi Ding wirklich konsequent durch. Wer mehr über diese genialen Musiker erfahren will kann mal hier klicken.  Des weiteren und nicht mit im Musikquiz enthalten sind natürlich die wundervollen [...]

  2. [...] den L.A.- 8-Trackern haben wir ja hier schon mal berichtet und auch in unserem Musikquiz wurde darauf aufmerksam gemacht. Der sehr [...]

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